Einführung ins digitale Fundraising für NPO | 2026
Was ist digitales Fundraising?
Digitales Fundraising bedeutet die Beschaffung finanzieller Mittel über die digitalen Kanäle. Doch es ist viel mehr als das. Sibylle Spengler, Ex-Präsidentin von Swissfundraising hat in einem Interview gesagt:
“Digitalisierung bringt immer einen gewissen Komplexitätsgrad mit, der den ganzen Verein betrifft. Digitales Fundraising bedeutet also immer auch eine Form von Organisationsentwicklung.”
Digitales Fundraising ist ein Teil der digitalen Non-Profit Marketing, welches alle Aktivitäten umfasst, mit denen eine Organisation gezielt ihre Mission kommuniziert, ihre Positionierung aufbaut, Bewusstsein schafft und verschiedene Zielgruppen anspricht.
Wichtigstes in Kürze
- Digitales Fundraising ist weit mehr als nur ein Online-Spendenknopf – es macht NPOs zukunftsfähig erreicht neue, digital-affine Generationen.
- Mit Modellen wie Crowdfunding und Peer-to-Peer-Fundraising werden Unterstützende zu aktiven Botschafter:innen.
- Im Gegensatz zu klassischen Mailings erlaubt die digitale Welt Erfolgsmessung.
Warum braucht es neben klassischer Mittelbeschaffung digitales Fundraising?
Es gibt mehrere Gründe, warum digitales Fundraising heute unverzichtbar ist:
- Reichweite und Zugänglichkeit
Digital kennt keine geografischen Grenzen. Eine Organisation kann Menschen in der ganzen Schweiz, in Deutschland oder weltweit ansprechen – ohne Portokosten oder Reisen. Spenden können zudem rund um die Uhr und mit wenigen Klicks gemacht werden. - Verändertes Spendenverhalten
Jüngere Generationen (Millennials, Gen Z) sind digital sozialisiert. Sie spenden eher über eine Website, per QR-Code oder via Social Media als durch einen Einzahlungsschein. Wer diese Zielgruppen nicht digital erreicht, verliert langfristig Spenderinnen und Spender. - Kosteneffizienz
E-Mail-Kampagnen, Social-Media-Posts oder Online-Spendenformulare sind im Vergleich zu Briefmailings oder gedruckten Materialien deutlich günstiger – besonders für kleinere Organisationen. - Erfolgsmessung und Optimierung
Digital lässt sich fast alles messen: Wie viele Menschen haben den Newsletter geöffnet? Wo brechen Spendende den Prozess ab? Welche Botschaft funktioniert besser? Das erlaubt eine kontinuierliche Verbesserung, die bei klassischen Methoden kaum möglich ist. - Neue Formate
Crowdfunding, Peer-to-Peer-Fundraising (wo Unterstützende selbst für die Organisation sammeln) oder wiederkehrende Online-Spenden sind Modelle, die klassisch kaum umsetzbar wären.
Welche Arten von digitalem Fundraising gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von digitalem Fundraising, die je nach Organisation und Zielgruppe unterschiedlich gut funktionieren:
Online-Spenden
Die einfachste Form – ein Spendenformular auf der eigenen Website, über das direkt gespendet werden kann. Schnell, unkompliziert und rund um die Uhr verfügbar.
E-Mail-Fundraising
Gezielte Spendenaufrufe per Newsletter oder Kampagnen-E-Mail. Einer der effektivsten digitalen Kanäle, weil man direkt mit Menschen kommuniziert, die bereits Interesse gezeigt haben.
Social Media Fundraising
Spendenaufrufe über Instagram, Facebook, LinkedIn oder TikTok – entweder organisch oder als bezahlte Werbung. Facebook und Instagram haben sogar eingebaute Spendefunktionen.
Crowdfunding
Ein konkretes Projekt wird auf einer Plattform (z. B. Crowdify, Funders, GoFundMe) vorgestellt und von vielen Menschen klein mitfinanziert. Besonders gut für einmalige, konkrete Projekte.
Peer-to-Peer Fundraising
Unterstützende sammeln selbst in ihrem Netzwerk für die Organisation. Beispielsweise zum Geburtstag oder bei einem Spendenlauf. Die Community wird zur Fundraising-Kraft.
Recurring Giving / Dauerauftrag
Monatliche Kleinspenden, die online eingerichtet werden. Für die Organisation planbar, für Spendende einfach und nachhaltig.
Event-Fundraising digital Online-Events, Webinare oder Livestreams mit integriertem Spendenaufruf – z. B. ein Charity-Stream auf Twitch oder YouTube.
Corporate Online Fundraising
Unternehmen spenden oder matchen die Spenden ihrer Mitarbeitenden – oft über spezielle Plattformen organisiert.
SMS-Fundraising
Spenden per Textnachricht sind zwar in der Schweiz weniger verbreitet, in anderen Ländern wie den USA bekannter.
5 Tipps zu erfolgreichem digitalem Fundraising
Damit digitales Fundraising für deine Organisation nicht unnötige oder unverhältnissmässige Kosten verursacht, ist eine korrekte, individuelle Umsetzung einer zugeschnittenen Strategie ausschlaggebend.
Erfolgreiches digitales Fundraising basiert auf ein paar zentralen Prinzipien, die sich in der Praxis immer wieder bewähren:
Die Geschichte zählt: Storytelling
Menschen spenden nicht für Budgetposten, sondern für Menschen, Tiere oder Ideen, die sie berühren. Eine konkrete, emotionale Geschichte („Dank Ihrer Spende konnte Maria wieder zur Schule gehen“) wirkt viel stärker als abstrakte Zahlen. Bilder und kurze Videos verstärken das enorm.
Der Spendenaufruf muss klar und einfach sein
Zu viele Informationen, ein unübersichtliches Formular oder ein komplizierter Zahlungsprozess töten die Spendenbereitschaft. Der Weg von „Ich will spenden“ bis „Spende abgeschlossen“ sollte so kurz wie möglich sein – idealerweise drei Klicks.
Die richtige Zielgruppe ansprechen
Nicht alle Kanäle passen zu jeder Organisation. Eine Tierschutzorganisation funktioniert gut auf Instagram, eine B2B NGO vielleicht besser über LinkedIn. Es lohnt sich, zu wissen, wo die eigene Zielgruppe wirklich ist.
Mobile First
Ein Grossteil der Menschen öffnet E-Mails und besucht Websites auf dem Smartphone. Wer kein mobilfreundliches Spendenformular hat, verschenkt massiv Potenzial.
Testen und lernen
Digitales Fundraising lebt davon, auszuprobieren: verschiedene Betreffzeilen im Newsletter, unterschiedliche Spendenbeträge vorschlagen, verschiedene Bilder einsetzen. Wer misst und optimiert, wird mit der Zeit immer besser.
